Wahlverteidiger und Pflichtverteidiger

Wahlverteidiger und Pflichtverteidiger unterscheiden sich nicht in der Qualität ihrer Arbeit oder dem Umfang des Einsatzes für den Mandanten. Der Pflichtverteidiger ist kein Anwalt minderer Güte und auch kein Anwalt eigener Kategorie.

Die unterschiedliche Bezeichnung rührt von der unterschiedlichen Art der Beauftragung her.

Als Wahlverteidiger fungiert jeder von dem Mandanten frei gewählte Verteidiger. Der Pflichtverteidiger hingegen wird in den Fällen der sogenannten notwendigen Verteidigung im Auftrag des Staates für den Mandanten tätig und kann seine Beiordnung nur im Ausnahmefall ablehnen.

Oftmals wird der zunächst beauftragte Wahlverteidiger im Verlauf des Verfahrens zum Pflichtverteidiger bestellt.  Dies geschieht durch den Ermittlungsrichter oder den Vorsitzenden des Gerichts,  bei dem die Sache verhandelt wird. Die Auswahl des Verteidigers darf nicht über den Kopf des Beschuldigten hinweg getroffen werden.  Der Beschuldigte muss angehört werden. Er hat das Recht und eine angemessene Überlegensfrist, einen Anwalt seiner Wahl als gewünschten Pflichtverteidiger zu benennen.

Auch im Falle einer Pflichtverteidigung entstehen dem Mandanten im Verurteilungsfalle Kosten.